Waldumbau - fachlicher Hintergrund

Waldumbau - heute notwendiger denn je...

 

DAS Ziel:

Ein an ökonomische Ziele und ökolgische Nowendigkeiten angepasster Waldbestand soll die Risiken der erwarteten Klimaereignisse minimieren...

Die Funktion der Wälder als Kohlenstoffsenke wurde im Rahmen des Kyoto Protokolls in einer sehr vereinfachten Form definiert. Dabei sind die Risken der unsachgemäßen Waldbewirtschaftung nicht berücksichtigt worden. Zum Beispiel sind die durch Windwürfe gefährdeten sekundären Fichtenreinbestände welche bei unsachgemäßer Nachbehandlung in der Folge von Borkenkäfern befallen werden, eines der zahlreichen Beispiele, wie solche labilen Bestände langfristig nicht als Kohlenstoffsenke sondern, als Quelle gelten können. Die Aktivitäten der internationalen Klimapolitik basieren auf diesen Zielen und Definitionen des Kyoto Protokolls aus welchen in der Folge Strategien und Richtlinien für die Kohlenstoffbindung hergeleitet werden.
 

Dieses Projekt versucht daher den Einfluss der vier für die kolline und submontane Höhenstufe wichtigen Baumarten (Fichte, Tanne, Buche und Eiche) im nördlichen Alpenvorland Österreichs, auf die Kohlenstoffdynamik zu erheben. Es sollen sowohl Maßnahmen für eine erfolgreiche Umstellung der Wälder auf nachhaltige und stabile Bestände vorgeschlagen werden, dadurch eine dauerhafte Kohlenstoffsenke geschaffen und schließlich die Vorteile und die Risken eines solchen Waldumbaus erarbeitet werden.

Es sollen daher:

All dies soll der Praxis als Entscheidungshilfe für die forstbetriebliche Gesamt- bzw. Einzelplanung dienen.

Die neuen Erkenntnisse sollen eine Verbesserung für:

Projektgrundlagen

Waldboden und Wurzeln

Der Kohlenstoffvorrat in Waldböden rückt mit zunehmender Anerkennung des Waldes als wesentlicher Klimafaktor immer mehr in den Blickpunkt von Wissenschaft und Politik. Seit dem Beginn internationaler Klimaschutzverhandlungen nach der Weltklimakonferenz 1991 in Rio waren Wälder und deren Beitrag zur Klimastabilität ein dauerhaft zentrales Thema. Deshalb ist auch der Kohlenstoffvorrat der Waldböden in diesem Projekt ein wesentlicher Forschungsgegenstand:

Das Stock- und Grobwurzelholz der drei Hauptbaumarten (Fichte, Buche und Eiche) wird mit Hilfe von allometrischen Funktionen erhoben (vgl. Offenthaler und Hochbichler 2006). Für die Entwicklung dieser Funktionen werden jeweils die Wurzelsysteme von 5 unterschiedlich dimensionierten Bäumen, welche auch für oberirdische Biomassenanalysen herangezogen werden, freigelegt und vermessen.

Sowohl für die Auflagen als auch für die Mineralbodenhorizonten werden die organischen C-Gehalte und Vorräte mittels Leco C/S Analysators am Labor des Instituts für Waldökologie bestimmt.

Daraus werden die C-Vorräte in Böden und Auflage sowie in der Wurzelbiomasse für die unterschiedlichen Altersklassen bzw. Bestandesentwicklungsstadien abgeleitet.
 

Bestand

Für die Kalkulation der oberirdischen Kohlenstoffvorräte (Sträucher und Bäume) werden vorhandene Biomassenschätzfunktionen, erweitert um die bei den Wurzelerhebungen anfallenden Bäumen, herangezogen.
 

Gesamtkohlenstoffvorräte und -dynamik

Diese Daten werden dann zur Berechnung der C-Vorräte für Betriebsklassen der drei Bestockungstypen

sowie zur Berechnung der Gesamtvorräte unter unterschiedlichen Risiko- und Kalamitätsszenarien haranqezogen. Damit sollen tragkräftige Abschätzungen für Kohlenstoffspeicherungen von umgewandelten Beständen im Vergleich zu sekundären Fichtenbeständen erarbeitet werden.

Die so erhaltenen Ergebnisse können sodann für die Bilanzierung von Kohlenstoffflüssen des "Land use, Land use change and Forestry - kurz LULUCF" - Artikels (3.4) des Kyoto- bzw. dessen Nachfolgeprotokolls in Anwendung gebracht werden.

Wobei bei der Modellierung der C-Dynamik der zu vergleichenden Waldbetriebsklassen auch dem möglichen Störregime (z.B. durch Windwurf oder anderen Kalamitäten ) Rechnungen getragen sowie ein stochastischer Ansatz für etwaige Störungen in Tieflagen-Nadelwäldern und der daraus resultierenden C-Moblisierung erarbeitet wird.